Kommunikation mit älteren Bewohner/innen

Damit ältere Menschen möglichst lange in der eigenen Häuslichkeit leben können, braucht es eine gute Kommunikation zwischen Wohnungswirtschaft, Bewohner/innen und Hilfen für alte Menschen – das zeigt die Studie „Kommunikation mit ältere Bewohner/innen“, die unter der Leitung von Prof. Dr. Isolde Geissler-Frank und Birgit Schuhmacher im Auftrag der Akademie für soziales Wohnen an der Evangelischen Hochschule (EH) Freiburg von AGP Sozialforschung durchgeführt wurde.

Gute Kommunikation ist in diesem vergleichsweise komplizierten Geflecht nicht einfach: Neben Mitarbeitenden der Hausverwaltung, den Mieter/innen und Eigentümer/innen, deren Familien und Nachbar/innen sowie den ambulanten und stationären Einrichtungen im Hilfesystem sind manchmal Mietsonderverwalter und rechtliche Betreuer/innen wichtige Akteure im System, die bekannt und ihrer Rolle entsprechend eingebunden werden müssen.

Gute Kommunikation lebt einerseits von der Aufmerksamkeit füreinander und einer lebendigen Nachbarschaft. Denn, auch das zeigt die Studie, soziale Isolation verstärkt bestehende Konflikte. Andererseits werden oft sensible Lebensbereiche (bspw. Schulden, Inkasso-Verfahren oder familiäre Konflikte) angesprochen, die nicht Gegenstand allgemeiner „Geschwätzigkeit“ sein dürfen. Sie gilt es zu schützen. Eine gute Kommunikation und Wohnbegleitung ist ohne Beachtung des Datenschutzes nicht möglich.

Begleitung und Ausweichmöglichkeiten brauchen ältere Bewohner/innen vor allem bei energetischen Sanierungen. Diese Maßnahmen beeinträchtigen die zentralen Wohnwünsche Älterer nach Ruhe, Sicherheit und Sauberkeit erheblich: Das „Herumtreiben“ älterer Damen in Einkaufszentren kann dabei nicht als Lösung gelten. Die Studie verdeutlicht: Es sind systematische Kooperationen bspw. mit Tagespflege und Begegnungsstätten zu suchen. Zudem sollte die soziale Begleitung bei energetischen Sanierungen als förderfähige Leistung anerkannt werden.

Im Januar und Februar 2014 wird eine Schulung für Mitarbeitende der Wohnungswirtschaft durchgeführt, um deren kommunikative Fähigkeiten und deren Sensibilität weiter zu qualifizieren. Deren Curriculum baut auf den Studienergebnissen auf.

 

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